Stefan Rambausch

Hilfsarbeiter. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1895    † 1944

 

Lebenslauf

Stefan Rambausch wurde am 26.12.1895 in Olmütz (Mähren) geboren. Er wuchs in Wien auf und war Hilfsarbeiter in Linz. Von 1916 bis 1918 war er Soldat im 1.  Weltkrieg. 1920 ging er nach Frankreich zur Fremdenlegion, 1925 kam er nach Österreich zurück. 1927 ­erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft. Ab Februar  1940 arbeitete er in den Hermann-Göring-Werken.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 5. 8. 1943 wurde Stefan Rambausch verhaftet und am 26. 11. 1943 zum Tode verurteilt. Am 7.2.1944 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„(…) in Linz bewohnte der Angeklagte in einer Wohnbaracke mit etwa 14 Arbeitskameraden eine Stube. Gegenüber diesen Kameraden hat er 1942 und auch 1943 zahlreiche hetzerische Äußerungen gemacht. (…) Bei Gesprächen über den Krieg äußerte der Angeklagte wiederholt, dass Deutschland den Krieg sicher verlieren würde, dann würden die Hauptschuldigen an die Wand gestellt, den Mitgliedern der SA und der SS würde es dann auch nicht gut gehen. (…) Er hat nicht nur als gelegentlicher Meckerer, sondern als systematischer Hetzer eine große Zahl von zersetzenden Äußerungen gemacht. (…) Es muss daher gegen den Angeklagten die gegen das Verbrechen der Wehrkraftzersetzung in erster Linie angedrohte Todesstrafe verhängt werden.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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